Grenzland Advaita

Edi Mann   Kunst & Schrift


Der Phönix

Die Geschichte des Bewusstseins


Ich bin der Phönix. Euch Menschen bin ich unter der Bezeichnung „Bewusstsein“ bekannt. Das ist passend, denn dieser Begriff bringt mein Wesen ganz gut zum Ausdruck. Bewusstes Sein, wissendes Sein. Passend wie alle Begriffe und Worte, die ihrem Wesen nach Metaphern für die Wirklichkeit sind und ausnahmslos von mir kommen. Sie dienen zu nichts geringerem als die Welt zu erklären, ja, sie überhaupt in Erscheinung treten zu lassen. Denn am Anfang war das Wort...

Ohne ein Bewusstsein von der Welt gäbe es die Welt nicht, ebenso wenig wie es dich selbst gäbe, wenn du kein Bewusstsein von dir hättest. Denn was dir nicht bewusst ist, das existiert auch nicht für dich. Oder kannst du mir irgendein Bestandteil der Welt nennen, das dir nicht bewusst ist?

Ich bin zeitlos, unsterblich und einzigartig. Denn es gibt nur einen Phönix, ein Bewusstsein. Und doch hat es im Laufe der Zeit verschiedene meiner Art gegeben. Wie lässt sich dieses Paradox erklären? Zwischen meiner Unsterblichkeit und Vergänglichkeit besteht in Wirklichkeit kein Widerspruch. Denn mir wohnt die Fähigkeit der Erneuerung inne. Ich wurde geboren, erhebe mich um zu wirken und mache mich bereit zu sterben, wenn meine Zeit gekommen ist. Dann baue ich ein Nest, lege ein Ei und entzünde mich selbst, um zu Asche zu verbrennen. Meine letzten Flügelschläge fachen das Feuer an, um das Ei auszubrüten. Und so erhebe ich mich wieder aus meiner eigenen Asche, derselbe wie zuvor und doch ein anderer. Denn ich bin der Phönix.

Diesen sich in gewissen Abständen wiederholende Prozess möchte ich als Phase bezeichnen. Eure menschliche Entwicklung besteht bisher aus vier dieser Phasen. Es sind die 4 Phasen des Phönix, die im folgenden erläutert werden. Im Anschluss daran erzähle ich meine eigene Geschichte im Verlauf dieser 4 Phasen, dargestellt in den 12 Zeiten des Phönix.

Ich selber bin eine Eigenschaft des Adlers, der abstrakten und unerklärlichen Präsenz, die alles umfasst und die allem innewohnt. Das Universum, die Unendlichkeit, … Gott. Ständig aus ihm hervorgehend und immer wieder von ihm verschlungen werdend.