GRENZLAND ADVAITA

EDI MANN



Sein ist alles was ist. Durch das Bewusstsein bringt es sich auf vielerlei Weise zum Ausdruck, hier als den Körper-Geist-Organismus Edi Mann. Was er selbst über sich denkt ist nur ein Gedanke. Und was andere über ihn denken sind ebenfalls nur Gedanken. Beides hat mit der Wirklichkeit so gut wie nichts gemein. Das vermeintliche Individuum Edi Mann ist also nicht mehr, aber auch nicht weniger, als eine Erscheinung im Bewusstsein selbst. Eine Welle des Seins auf dem Ozean des Nicht-Seins.
Edi Mann, Künstler und Autor nondualistischer Romane, sieht sich selbst als Forschungsreisender im unendlichen Möglichkeitsraum. Ihm geht es darum, das Mysterium "Leben" zu ergründen. Sein Grundsatz dabei ist: "Nicht suchen, sondern finden". Die auf diesem Nicht-Weg gemachten Erkenntnisse fliessen in seine Kunstwerke und Romane ein, welche er selbst als "Geschichten aus dem Grenzland" bezeichnet.
Seine persönliche Geschichte endete nach einer rastlosen Suche nach dem "Grenzland", während der sich Edi Mann selbst auf der Wüsteninsel Fuerteventura verlor. Zurückgezogen lebt er auf einer abgelegenen Finca, sich der Landwirtschaft, der Kunst und dem Leben selbst widmend.


...Ich bin ein Grenzgänger, ein Randgleiter. Hier und dort, weder hier noch dort. Ich befinde mich aber nicht in einer Art Zwischenreich, zwischen einem Hier und einem Dort, beides findet eher gleichzeitig statt. Für mich ist die Brücke zwischen dem Hier und dem Dort in beide Richtungen geöffnet. Ich bin selbst zu dieser Brücke geworden....
...Randgleiter; Grenzgänger. Mit einem Fuß im Hier, mit einem Fuß im Dort. Eher am Rande von allem, nicht ganz drinnen, aber auch nicht ganz draußen. Das scheint hier die beste, wenn nicht sogar die einzige Art zu sein, um bestehen zu können....
...Randgleitersymptome. Da ist eine Anwesenheit, aber niemand, der anwesend ist. Da ist ein Dabeisein, aber niemand, der dabei ist. Da ist eine Verlorenheit, aber niemand, der verloren ist. Hier gibt es keine Bemühungen, irgendwo hinein- oder herauszukommen. Eintauchen und sich verlieren in illusionäre Wirklichkeiten. Auftauchen und sich in der Ganzheit des Seins wiederfinden. Niemand, der eintaucht, niemand, der auftaucht, niemand, der die Wahl hätte. Fließenlassen, Geschehenlassen, das Nicht-Geschehen in all dem scheinbaren Geschehen sehen....

Textauszug „Der Grenzwächter (Durchbrechen der torlosen Schranke)“ von Edi Mann

 

Bei Edi Mann scheint es sich also um eine Person zu handeln, die vom Bewusstsein selbst auf die Bühne gebracht wurde, um im ewigen Schauspiel des Lebens genau diese Rolle zu übernehmen.