GRENZLAND ADVAITA

EDI MANN



Zitate aus


Der Leuchtturmwächter

(Dem Phänomen Erleuchtung auf der Spur)




- "Die Suche nach dem Licht (ich sträube mich noch immer es Erleuchtung zu nennen), die mich zu dieser Wanderung hat aufbrechen lassen, ist möglicherweise gar nicht vorgesehen im menschlichen Bauplan. Nicht aufgeführt im Reiseführer durch die Zeit."

- "Sind sie nicht dasselbe, dieser angebliche Tod und das Leben? Tod beinhaltet das Leben, und das Leben den Tod. Da lässt sich kein Punkt für mich finden, an dem man eine Trennung erkennen könnte. Da gibt es gar keine Trennung. Eins ist abhängig vom anderen, wodurch sie zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen. Eine todlose Natur, in der sterben neues Leben bedeutet."

- "Die Hölle oder das Paradies sind keine Örtlichkeiten, sondern Zustände. Innere Zustände auf eine äußere Welt übertragen. Die ganze Erde mit dem sich so mannigfaltig darauf abspielenden Leben also mehr Zustand als Örtlichkeit."

- "Eine individuelle Welt, die nur für mich Gültigkeit hat, die nur für mich Realität besitzt. Eine Welt, die von mir hervorgebracht und gesteuert wird, obwohl ich nichts dazu beizutragen scheine. In die ich mich früher wie eine Marionette hineinversetzt fühlte, von der ich jetzt aber weiß daß sie nur ein Produkt meiner Wahrnehmung ist." 

- "Die Menschen versuchen alles mögliche um dahin zu gelangen, sie reinigen sich selbst um bessere Menschen zu werden, sie polieren den Spiegel der Wahrnehmung um klar sehen zu können, sie bemühen sich ohne Unterlass zur Wahrheit zu gelangen... Welch absurdes Unterfangen, und doch scheint all dies geschehen zu müssen und somit seine Richtigkeit zu haben."

- "Das, woraus ich schaue, ist eine offene Leere, aus der alles erscheint. Dort erkannte ich den, der ich wirklich bin. Das grenzenlose Eine, in dem sich die Welt abspielt. Alle Erscheinungen sind Phänomene, aber das, wovon sie ausgehen, von wo aus sie erkannt werden, ist weder Erscheinung noch Ding. Es ist jenseits der Materie mit all ihren dinghaften Erscheinungen, es ist Bewusstsein selbst, bar aller Eigenschaften."

- "Mehr scheint es mit uns selbst, mit dem Selbst, nicht auf sich zu haben: Sich gegenseitig widerspiegelnde Seifenblasen, mit einem Pustering, den ich das Dasein nenne, aus dem Ozean des Seins herausgepustet. Und dort sind wir jetzt, frei schwebend im Nichts, uns selbst in den anderen Blasen erkennend..."

- "In der wärmenden Morgensonne sitzend spüre ich den Wind der Veränderung wehen. Das Feuer in mir ist wieder zu einem Licht geworden, das mir Wegweiser und Heimat zugleich ist. Die vage Vermutung, daß ich nie woanders sein kann als zuhause, nie woanders war, ist zu einer Gewissheit geworden. Ich selbst bin dieses Zuhause."

- "Vielleicht kannst du das Rätsel des Bewusstseins nicht lösen weil es nicht denkbar für dich ist. Weil es nicht vom Denken zu trennen ist. Du kannst nicht über das Bewusstsein nachdenken, weil es das Bewusstsein ist, das denkt."

- "Und dann die Erkenntnis: Diese ganze mich umgebende Welt ist von dem gleichen Bewusstsein durchströmt, das auch mich belebt. Da war keine Individualität mehr, da war kein Selbst mehr. Oder es hatte sich zu allem was ist ausgedehnt. Da war nur mehr das Bewusstsein des Lebens, ein großes belebte Ganzes."

- "Das Sein, was auch immer das ist, braucht die Vorstellungskraft Mayas, um die Welt entstehen und wahrnehmbar werden zu lassen. Im Sein wirkt also die Kraft Mayas, die mittels des Bewusstseins erlebt wird. Und dieses Sein bin ich."

- "Das Gehirn kreiert also, die äußeren Einflüsse mit einbeziehend, eine eigene Welt, die sie dann vor uns projiziert. Jeder nimmt also die Welt so wahr, wie sein Gehirn sie zusammenbastelt. Die wirkliche Welt ist also für uns alle die gleiche, und doch erscheint sie jedem anders."

- "Ich bin kein Ding, das den Erscheinungen und anderen Dingen gegenübersteht, sondern der Raum, aus dem die Welt vor mir ausgebreitet wird, aus dem sie hervorbricht. Der Raum, der die Dinge und Erscheinungen durch Vermittlung der Sinnesorgane wieder in sich aufnimmt. Bei mir selbst, bei meinem wirklichen Selbst bleibend, halte ich die ganze Welt in meinen Händen."

- "Ich bin es, der in diesem Moment die Welt erschafft, der sie aus dem Nichts heraus explodieren lässt, ohne zu wissen wie, aber mühelos, automatisch." 

- "Der Nicht-Weg auf dem ich zu wandern scheine, oder der Nicht-Fluss in dem ich zu schwimmen scheine, wird immer nur aus mir selbst vor mich hingestellt. Er ist das Bild auf der Leinwand des Lebens, in das ich mich hineinbegebe. Ich selbst bin der Weg und das Ziel, ich selbst beschreite mich und erlebe mich."

- "Du musst den Mut aufbringen, deinem eigenen Licht zu folgen, nur dann lässt sich erkennen dieses Licht selbst zu sein."

- "Erleuchtung, welch großes Wort angesichts einer so alltäglichen Sache. Kaum ein Konzept das mehr strapaziert wird, das besser geeignet wäre in die Irre zu führen."

- "Die Welt ist ein Traum, mein Traum. Ich selbst bin der Traum, bin die Welt. Alles in diesem Traum handelt von mir selbst. Der Unwissende ist gestorben, wodurch der Wissende befreit ist. Befreit von den Fesseln, die er sich selbst anlegte. Befreit von einem Ich, das er sich selbst überstülpte."


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