GRENZLAND ADVAITA

EDI MANN




Zitate aus


Der Grenzwächter

(Durchbrechen der torlosen Schranke)



- "Es geschieht. Alles scheint zu geschehen, aber nichts geschieht wirklich. Keine Fragen, nur Antworten. Keine Suche, nur Finden. Kein Bemühen, nur Lassen. Gelassenheit. Das Leben lebt sein Mysterium aus sich selbst, und ich finde mich selbst als staunenden Beobachter."

- "Schau dir die Wellen auf dem Ozean da draußen an. Versuchen sie als Individuen ihren Verlauf zu kontrollieren? Versuchen sie als perfekte Welle zu erscheinen? Warum sollten sie das tun, wo doch einer jeden die Intelligenz des ganzen Ozeans innewohnt. Keine der Wellen ist vom Ozean getrennt, keine kontrolliert ihr Entstehen, ihren Verlauf und ihr Vergehen. Und doch – oder gerade deshalb erscheint alles in absoluter Perfektion und Harmonie."

- "Hier ist das Grenzland, hier endet alles, was jemals einen Anfang hatte. Und in deinem Fall scheint es die Suche zu sein, die ein Ende findet."

- "Die zahlreichen kleinen Buchten und Strände haben nicht nur ihr individuelles Erscheinungsbild, sondern sie singen auch alle ihre eigene unverwechselbare Melodie. Das sanfte Plätschern der Wellen, die in der Strömung rollenden Steine, das harte Schlagen des Wassers an die Steilküste, der Wind, der zwischen den Felsen umherwirbelt… Hier ist es ist die Musik der Vergänglichkeit, die zu hören ist, denn die Wellen scheinen hierherzukommen, um zu sterben."

- "Du siehst Getrenntheit, in der Einheit geschehen soll. Ich sehe Einheit, in der Getrenntheit geschieht. Zwei unterschiedliche Sichtweisen desselben Phänomens."

- "Wenn die Leere der Objekte erkannt wird, dann kann aus dem Suchenden ein Nicht-Suchender werden. Aber auch der Nicht-Suchende ist eine Illusion, nicht wirklich. Wenn aber erkannt wird, daß beide, der Suchende und der Nicht-Suchende, illusionäre Charaktere sind, dann ist niemand mehr da, der dies erkennt." 

- "Ich bin ein Grenzgänger, ein Randgleiter. Hier und dort, weder hier noch dort. Ich befinde mich aber nicht in einer Art Zwischenreich, zwischen einem Hier und einem Dort, beides findet eher gleichzeitig statt. Für mich ist die Brücke zwischen dem Hier und dem Dort in beide Richtungen geöffnet. Ich bin selbst zu dieser Brücke geworden."

- "Du fragst mich, was für eine Lehre ich hier vertrete, doch hier gibt es keine Lehre, die zu lehren wäre. Es gibt keine Lehre, die dich hierher geführt hat, und es gibt keine, die dir zeigt, wo es weitergeht. Hier gibt es nur das Leben, und das scheint sich von alleine zu entwickeln."

- "Die Wahrheit selbst ist ein ewiger Wandel, ein ewiges Werden und Vergehen, kein Stillstand, nur Fluß. In dem Moment, wo du etwas darüber zu wissen glaubst, hat sie sich schon weiterbewegt und verändert. Du kannst die Wahrheit überall entdecken, nur im Wissen wirst du sie niemals finden."

- "Wirkliches Verstehen ist ein Zustand, der nicht mit Fragen und Antworten erreicht werden kann. Verstehen kann stattfinden, aber es kann nicht erreicht werden. Wenn wirkliches Verstehen stattfindet, ist da niemand mehr, der verstehen würde."

- "Meine letzte Lust hier scheint der Ver“lust“ zu sein. Welch schöner und befreiender Gedanke! Hier, ganz allein auf mich gestellt, kann ich mir erlauben, weniger zu werden. Nur wer sich wichtig nimmt, muß immer mehr werden."

- "Als die Sonne am Horizont mit dem Meer verschmilzt, finde ich mich auf dem Gipfelgrad des Vulkans sitzend. Traum und Wirklichkeit fließen ineinander und vermischen sich zu einer genau jetzt entstehenden Realität."

- "Vielmehr geht es darum, die Strömungen des Flusses zu erkennen und ihnen zu folgen. Den Energieströmungen des Lebensflusses. Den Bewußtseinsströmen des Universums. Dafür kann es keine starren Richtlinien geben, es macht einen selbst nur starr, wenn man versucht, sich an solche zu halten."

- "Da, wo deine Worte versagen, ist die Grenze. Die Grenze von Sein und Nichtsein. Durch deine Worte versuchst du die Unendlichkeit endlich und erklärbar zu machen. Für dich erklärbar."

- "Das, was du als Objekt siehst, ist nicht ein Teil des Ganzen. Es ist ein illusorisches Objekt, denn die Einheit, das Ganze, kann nicht aufgetrennt oder zerstückelt werden." 



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